Begleitung eines E-Fischens auf Lachs und Meerforelle

Die Meerforelle ist mein Lieblingsfisch und wann immer es meine Zeit erlaubt, stehe ich an einem Ostseestrand und hoffe auf starke Silberbarren. Der Fisch der 1000 Würfe. In Fließgewässern hatte ich bisher noch keine Gelegenheit, meinem Zielfisch nachzustellen, leider gibt es in meinem Verein nicht die geeigneten Gewässer dafür.

Vor über einem Jahr haben wir vom Landesverband mit einigen Jugendwarten und Jugendlichen das Bruthaus des FV Wildeshausen e.V. besichtigt. Im Mitteilungsblatt des Landesverbandes wurde darüber berichtet. An dem Tag boten mir die E-Fischer an, mal ein E-Fischen zu begleiten und dem Abstreifen von Rognern und Milchner beizuwohnen. Begeistert sagte ich zu und machte im Sommer zwei Termine fix. Schnell war die Ausschreibung verfasst und an die angeschlossenen Vereine und Jugendwarte verschickt.

Maximal 10 Personen pro Tag und Jugendliche Ü14, so lautete aus versicherungstechnischen Gründen die Vorgabe. Rückmeldungen bekam ich für den ersten Termin genug und so fieberte ich dem Tag entgegen. Samstag 25. November, strahlender Sonnenschein nach tagelangen Regenwetter mit zum Teil sintflutartigen Regenschauern. Sind das passende Bedingungen? Kommt vielleicht zu viel Wasser den Bach runter? Auf der Hinfahrt machte ich mir viele Gedanken. Zu viele vielleicht?

Am Vereinsheim des FV Wildeshausen gab es nach kurzer Begrüßung und Bekanntgabe des Ablaufplanes eine Sicherheitsunterweisung für die Teilnehmer. Dann ging es ans Wasser. Ziel war die Aue bei Aumühle. Zu Beginn wurden einige kleine Bachforellen, einsömmerige Meerforellen und sogar ein paar zweisömmrige Lachse gefangen.

Dann kamen wir zu den Abschnitten mit den vom Verein angelegten Kiesbänken und Laichbetten. Dort standen die laichbereiten Fische und konnten gefangen werden. In einem speziell für diesen Einsatz gebauten Hälterungsfloß wurden die Fische kurz untergebracht. Eine kapitale Bachforelle tauchte auch auf. Nach kurzer Zeit waren reichlich Fische im Floß, sodass weitere Fänge nur noch vermessen wurden.

Am Zielpunkt angekommen, wurden die Milchner gemolken und die Rogner abgestreift. Gleichzeitig wurde gewogen und gemessen und alles dokumentiert. Ein eingespieltes Team, die Mannschaft. Alles wurde zügig und ohne Hektik abgeabeitet, um die Fische keinem unnötigen Stress auszusetzen. Sie wurden anschließend umgehend wieder in ihr Element entlassen.

Dann fand die Hochzeit in der Schale statt. Sofort konnte an der Verfärbung der Eier festgestellt werden, ob die Befruchtung geklappt hat. Weiße, auftreibende Eier gab es nur vereinzelt. Im Bruthaus wurden die Eier auf die Siebe verteilt, und es ein Zwischenergebnis des Tages wurde gezogen.

Ein rekordverdächtiger Tag. Es wurden 35 Meerforellen gefangen. Ein Rogner hatte bei 84 Zentimeter Länge ein Gewicht von fast 7,5 Kilo. 15 Pfund – was für ein Fisch! So eine große Meerforelle hatte ich vorher noch nie in Natura gesehen. Die große Bachforelle brachte 48 Zentimeter auf das Massband.

Ein Blick auf die Siebe im Bruthaus brachte den nächsten Rekord ans Tageslicht. 55.000 Eier an einem Tag sind schon mal ne Hausnummer.

Bei Kaffee und Kuchen ließen wir den Tag ausklingen und erzählten uns gegenseitig unsere Eindrücke vom Tag. Dieses Erlebnis werde ich lange in Erinnerung behalten.

Einen herzlichen Dank an die E-Fischer vom FV Wildeshausen e.V. und ein großes Lob an die gesamte Mannschaft für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Wiederansiedlung von großmäuligen Salmoniden.

Torsten Kampf  

Jugendreferent für U.N.T.

 

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