Sportfischertag 2017 des LFV Weser-Ems in Lütetsburg

Festvortrag von Fred Bloot, dem stellvertretenden Direktor der Sportvisserij Nederland und Vorsitzenden der European Anglers Alliance (Foto: Henning Stilke)

Der diesjährige Sportfischertag des Landesfischereiverbandes Weser-Ems fand im stilvollen Ambiente des Schlosses Lütetsburg statt. Dorthin hatten die Ausrichter der Veranstaltung, der Angelsportverein Hage und der Landesfischereiverband eingeladen. Eine Reihe namhafter Persönlichkeiten aus Politik, Behörden, Verbänden und Vereinen nahm die Gelegenheit wahr, an der Veranstaltung teilzunehmen und einige Worte rund um das Thema Angelfischerei an die Anwesenden zu richten.

Nach der Begrüßung durch den Präsidenten des Landesfischereiverbandes Weser-Ems, Bernhard Pieper, sprach Almut Kollwitz, Staatssekretärin des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz, zu den Gäste. Sie hob in ihrer Ansprache hervor, wie wichtig die Angler als Partner für die Reinhaltung der Gewässer und den Artenschutz sind. Als aufsehenerregendes Beispiel nannte sie den Einsatz der Angler im Rahmen der Lachsprojekte. Dabei zeigte sie sich beeindruckt von den großen Lachsen, die Jahr für Jahr in die Delme zurückkehren und beim Monitoring gefangen werden. Auch für die Jugendarbeit der Angler gab es lobende Worte, da mit dieser Arbeit das Wissen über die Natur gefördert werde. Schließlich verwies die Staatssekretärin auf den Umweltwettbewerb „Bach im Fluss“, bei dem die Angelvereine des Verbandes immer wieder unter den Gewinnern sind.

Als Mitglied des Landtages und Vorsitzender des Arbeitskreises Häfen und Schifffahrt ergriff anschließend Bernd-Carsten Hiebing das Wort. Er übermittelte Grüße der CDU-Fraktion, verbunden mit der Feststellung, dass die Politik stets im Dialog mit den Sportfischern stehen müsse. Auf die Arbeit beim Natur- und Umweltschutz, aber auch auf die Jugend- und Sozialarbeit dürfe der Verband stolz sein. Hiebing sprach in Hinblick auf die Hege von Fischbeständen und Gewässern von einer „wunderbaren Aufgabe“ der Angler. Er habe daher kein Verständnis dafür, dass Angler von bestimmten Gruppierungen in der Öffentlichkeit diffamiert werden. Die Angler seien die eigentlichen Umweltschützer. Deshalb beteuerte er, dass die Angler sich der Unterstützung durch die Landesregierung sicher sein können.

Als nächster Redner sprach Holger Ortel, Präsident des Deutschen Fischerei-Verbandes, wichtige Themen der Angler an. Zuerst stellte er dabei den Begriff Sportfischer in Frage und regte an, bezüglich des Sportbegriffes einmal über eine Satzungsänderung nachzudenken. In Hinblick auf die Aktionen der Tierschutzvereinigung Peta sei es höchste Zeit, dass Anger sich wehren und gegen die Angriffe vorgehen. Mit dem NABU könne man sich vernünftig verständigen, mit Peta sei das hingegen nicht möglich. Als weitere stets aktuelle Probleme sprach er den Kormoranbestand, die Querverbauungen der Fließgewässer und das Projekt Natura 2000 an. In diesen Bereichen müssten die Angler aktiv bleiben und der Politik ihren Standpunkt klarmachen.

Aus der Region überbrachte Cornelius Peters als stellvertretender Bürgermeister der Samtgemeinde Hage Grüße der Gemeinde und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Angelsportverein Hage. Als Zeichen der Wertschätzung der Vereinsarbeit überreichte Peters eine Spende für die Jugendarbeit des Vereins.

Mit kurzen, prägnanten Worten wies Dirk Sander, Vorsitzender des Verbandes der kleinen Hochsee- und Küstenfischerei, darauf hin, dass man sich am Ort des Sportfischertages mitten in der Fischerei befände. Die Fischerei und das Angeln würde es hier und anderen Ortes auch noch lange geben, nachdem Peta von der Bildfläche verschwunden sei. Als aktuelle Problemfälle der Fischerei wies er darauf hin, dass es in den Gewässern zu viele Seehunde und Kormorane gäbe.

Mit Dr. Nick Büscher hielt der stellvertretende Landesvorsitzende des NABU Niedersachsen die folgende Ansprache. Dabei betonte er, dass er sich beim LFV Weser-Ems von einem befreundeten Naturschutzverband eingeladen fühlt. Er äußerte sich lobend zu den Gewässer- und Artenschutzprojekten des Verbandes und wies darauf hin, dass Angler den Naturschutz ganzheitlich sehen. Es gäbe allerdings auch strittige Themen, bei denen man die Auseinandersetzung nicht scheuen dürfe. Abschließend regte er an, einmal ein gemeinsames Projekt vom LVF Weser-Ems und NABU durchzuführen.

Als Vorsitzender des gastgebenden Vereins ASV Hage sprach Walter Krause einige Grußworte. Er erklärte, dass die Ausrichtung der Veranstaltung aufgrund des 55-jährigen Bestehens des Angelsportvereins Hage zustande gekommen ist. Den Teilnehmern wünschte der Vorsitzende im Namen seines Vereins für die Veranstaltung einen guten Verlauf und viel Erfolg.

Anschließend folgte der Festvortrag des Tages, gehalten von Fred Bloot, dem stellvertretenden Direktor der Sportvisserij Nederland und Vorsitzenden der European Anglers Alliance. Die Ausführungen des Niederländers befassten sich mit der Organisation Sportvisserij Nederland. Er erläuterte die Struktur des niederländischen Verbandes und erklärte die ökonomische Bedeutung des Angelns, gemessen an Umsatz und der Anzahl der Beschäftigten. Ziel sei es, das attraktivste Angelland in Europa zu sein.

Bloot machte aber auch darauf aufmerksam, dass selbst in den Niederlanden in der Bevölkerung kein ausreichend differenziertes Bild vom Angeln bestünde. Und er erwähnte, dass es in den Niederlanden aktuell Gegner in Politik und Gesellschaft gäbe, die das Angeln verbieten wollen. Deshalb sei eine starke Interessenvertretung des Angelns gerade jetzt sehr wichtig. In diesem Punkt wandte er sich auch an die Angelkollegen aus Deutschland und betont die Wichtigkeit eines starken Dachverbandes. Sein Appell richtet sich an die Vertreter der verschiedenen Verbände, die ihre persönlichen Interessen zurückstellen sollten und sich für eine gemeinsame starke Vertretung gegenüber der Politik einsetzen sollten.

Abschließend stellte Matthias Bergmann aus dem Büro für Ökologie und Landschaftsplanung Aurich das Projekt Kleine Fische des Vereins Sand+Waterwerk Simonswolde vor. Der Verein hat das geschlossene Freibad in Simonswolde umfunktioniert zu einem sozialen Begegnungsort und einer Umweltbildungsstätte. Ein wichtiges Thema des Vereins bildet der Schutz gefährdeter Kleinfische. Dazu werden die Besucher aktuell in der Bildungsstätte in einer Ausstellung informiert. Dem Verein liegt besonders die Arbeit mit Kindern am Herzen, deshalb gibt es viele Projekte im Bereich Umweltschutz für und mit Kindern.

Bernhard Pieper dankte den engagierten Rednern für ihre Ausführungen und verabschiedete die Gäste mit den besten Wünschen des Präsidiums.

Sportfischertag 2017 in Hage-Lütetsburg

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