Großeinsatz für den Aal

Die Vereine des Sportfischerverbandes Weser-Ems führten in diesem Jahr wieder einen umfangreichen Besatz ihrer Gewässer mit vorgestreckten Aalen durch. Den Ausgangspunkt der Besatzmaßnahme bildete ein Parkplatz nahe der Autobahn auf dem der LKW der Firma ALBE Fischfarm stand. Bei ihm wachte Bodo Zaudtke, der Verbandsgewässerwart, mit einer Waage darüber, dass jeder genau die Menge Aale bekommt, die er bestellt und bezahlt hat. Nach und nach trafen Mitglieder der Vereine des Sportfischerverbandes ein und holten sich hier ihre Besatzaale ab, um sie auf direktem Wege an die Gewässer zu bringen.

Wenn man bedenkt, wie viele Angler am Wochenende ehrenamtlich unterwegs waren, um sich für den bedrohten Aal einzusetzen, dann hat das schon etwas von einem Großeinsatz für den Artenschutz. Das drückt sich auch in nüchternen Zahlen aus: Unterstützt vom Verband wurden in diesem Jahr 3,3 Tonnen Jungaale an die Vereine zwischen Ems und Elbe verteilt. Dafür investierten die Vereine die stolze Summe von 195.000 Euro.

Seit fünf Jahren finden diese Maßnahmen statt, die vom Land Niedersachsen und der EU bezuschusst werden. Dass etwas für den Aal getan werden muss, hat man also auf allen Ebenen verstanden. Deshalb muss ein Großteil der Glasaale, die in Frankreich gefangen werden, zur Aufzucht und zum Besatz in Europa verteilt werden. Auch die Aale der Firma ALBE Fischfarm kommen aus Frankreich. Diese Farmaale werden auf eine Größe von 12 bis 15 Zentimeter bei einem Durchschnittsgewicht von 4 Gramm herangezogen und dann als Besatz verkauft.

Bei allem Aufwand und Engagement wird man sich aber noch einige Zeit gedulden müssen, bis man den Erfolg der Besatzmaßnahmen erkennen kann. Wissenschaftler rechnen damit, dass sich erst ab 2022 abzeichnet, dass der Besatz Auswirkungen auf den natürlichen Bestand des Aales hat. Was Wasserkraftwerke, Umweltverschmutzung und Verzehr von Glasaalen in den letzten Jahrzehnten angerichtet haben, lässt sich eben nicht so schnell rückgängig machen.

Mit dem Besatz von Aalen in Gewässer, in die sie nicht mehr natürlich aufsteigen können, signalisieren Verband und Vereine, dass der Aal auch in diese Gewässer gehörte und wieder gehört. Hoffentlich wird das an den entscheidenden Stellen richtig verstanden und führt dazu, dass dem Aal die letzten Hindernisse für seine lebensnotwendigen Wanderungen aus dem Weg geräumt werden.

 

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