30 Jahre Vorbereitungskurse für die Fischerprüfung

Immer mehr Menschen suchen am Wasser einen Ausgleich zum stressigen Alltags- und Berufsleben. Viele von ihnen finden diese Ruhe beim Angeln, wie die Mitgliederzahlen des Löninger Fischereivereins belegen. Über 700 Hobbyangler aller Altersstufen sind hier organisiert. Doch vor der Entspannung steht die Anspannung: Eine Ausbildung ist nötig. Vor der Praxis steht ein Vorbereitungskurs mit Prüfung.

Wie begehrt trotz dieser „Hindernisse“ dieses Hobby in der Region ist, zeigt das große Interesse am jüngsten Vorbereitungslehrgang: mehr als 30 Kinder, Jugendliche und Erwachsene setzten sich an 17 Kursabenden auf die Schulbank. „Alle, die angetreten sind, haben auch bestanden“, freut sich Kursleiter Rudolf Thomann über die 100-Prozent-Quote. Vor allem die ganz jungen Teilnehmer unter 14 Jahren haben besonders gut abgeschnitten.

Der ehemalige Biologielehrer und vieljährige Vorsitzende des Vereins ist ein „Überzeugungstäter“. Er hat in fast 30 Jahren mehr als 1400 Teilnehmern der Kurse nicht nur die Grundlagen des Angelns beigebracht, sondern hat auch Natur- und Umweltschutz-Gedanken vermittelt. „Die Fischerprüfung beinhaltet weitaus mehr als nur das Wissen darüber, mit welcher Angelmethode man welchen Fisch am besten fängt und wie man die Arten auseinanderhält“, sagt Thomann. Der Kurs umfasst alle fischerei- und gewässerkundlichen Wissensgebiete und bereitet den Teilnehmer auf ein umweltschonendes Verhalten vor. "Vor allem die Achtung vor dem Fisch ist ein sehr bedeutender Punkt. Der Tier-, Arten- und Umweltschutz spielt eine wichtige Rolle im Leben eines jeden Anglers“, betont der Vorsitzende.

In den Kursabenden lernen die Teilnehmer wie man den Fisch möglichst schonend fängt und ihn vorschriftsgemäß betäubt und tötet. Zudem werden sie über die wichtigen Schonzeiten, die den Fischen eine ungestörte Laichablage gewähren sollen, und die Schonlängen, die gewährleisten sollen, dass ein Fisch mindestens einmal in seinem Leben ablaicht, informiert. Zudem spielt das Verhalten gegenüber anderen am und im Wasser lebender Tiere eine wichtige Rolle.

So soll in jedem Fall auf brütende Vögel und geschützte Tierarten, wie dem Biber Rücksicht genommen werden und auch die Pflanzenbestände in den Uferbereichen dürfen in keiner Weise beschädigt werden. „Wir wollen unsere Mitglieder für ein tierschutzgerechtes und umweltbewusstes Verhalten am Gewässer sensibilisieren“, betont Thomann.

Die Prüfung, für die eigens zwei Prüfer des Landesfischereiverbandes anreisten gliedert sich in zwei Bereiche: Zum einen die theoretische Prüfung, in der mindestens 45 von 60 Fragen korrekt beantwortet werden müssen. Pro Fachgebiet, das je zehn Fragen umfasst, müssen zudem mindestens sechs Fragen richtig beantwortet werden. Zum anderen findet im Anschluss an die theoretische Prüfung eine praktische Befragung statt, in der Kenntnisse über die Zusammenstellung und Handhabung der Angelgeräte gefordert werden.

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