50 Jahre Jugendarbeit beim LFV Weser-Ems

Am 14. 5. 1966 fand in Oldenburg eine Arbeitstagung der Jugendwarte des Landesfischereiverbandes Weser-Ems statt. Zum Hauptziel der Tagung wurde erklärt, eine eigenständige, sich selbst verwaltende Jugendabteilung des Landesfischereiverbandes zu gründen. In den folgenden Wochen arbeiteten Friedrich Berlin und Rudolf Sack, die zum ersten und zweiten Verbandsjugendwart gewählt wurden, einen Entwurf zu einer Jugendordnung aus.

Nachdem die Jugendwarte der Vereine Zeit zu vereinsinternen Gesprächen hatten, wurde am 13.8.1966 zur Beschlussfassung erneutet eine Versammlung einberufen. Die Jugendwarte des LFV Weser-Ems beschlossen dabei einstimmig eine Jugendordnung für die Jugendgruppen im Landesfischereiverband Weser-Ems. Das war die Geburtsstunde der Jugendgruppe des LFV Weser-Ems.

Für die Jugendabteilung standen zunächst viele formale und organisatorische Arbeiten an, um die Jugendwarte der Mitgliedsvereine mit ihren zahlreichen Jugendlichen zusammenzuführen. Doch bereits 1975 richtete die Jugendabteilung eine Großveranstaltung aus. Die Deutsche Jugendmeisterschaft im sportlichen Fischen wurde mit dem Sportanglerverein Emsland an der Ems ausgerichtet. Fand diese Veranstaltung noch ganz im Geiste der organisierten Angelmeisterschaften statt, so erregte die Jugendabteilung des LFV einige Jahre später Aufsehen mit einer ganz anderen Haltung.

1987 boykottierte die Jugendabteilung des LFV die Deutsche Jugendmeisterschaft im sportlichen Fischen. Verbunden damit war die Forderung nach Abschaffung der Hälterung von Fischen, mit der ein Zeichen für Natur- und Tierschutz gesetzt werden sollte. Die Jugendabteilung wusste aber nicht nur zu boykottieren, sondern auch zeitgemäße Alternativen aufzuzeigen. So wurde die Idee entwickelt, aus den drei Bereichen Angeln, Casting und Naturschutz einen gemeinsamen Wettbewerb zu schaffen.

Die neue Idee vom „Dreikampf“ Angeln, Casting und Naturschutz hatte gleich im Folgejahr seine Bewährungsprobe. Der 1. Jugendsportfischertag am 25. September 1988 in Bersenbrück wurde ein voller Erfolg und läutete eine neue Ära in der Jugendarbeit des Angelsportes ein. Dabei ging es nicht mehr nur um den reinen Fang, sondern um ein umfassenderes Angelerlebnis, für das der Umwelt-, Natur- und Tierschutz eine grundlegende Rolle spielt.

1990 regte der Castingreferent Albert Bagge an, eine vereinfachte Version des Castings zu schaffen. 1991 wurde dementsprechend vom Verband die Plastikliga eingeführt, bei der in einem Wettkampf nur drei Wurfarten ausgeführt werden, statt der neun verschiedenen Würfe bei internationalen Wettbewerben.

Im Jahr 1993 erfolgte ein großer personeller Umbruch, nachdem Reiner Alberts vom Amt des Jugendgruppenleiters zurücktrat. Zunächst kommissarisch im Amt, wurde Uwe Berding 1994 bei der Jugendwartehauptversammlung offiziell zum Verbandsjugendleiter gewählt. Mit einer inzwischen 23-jährigen Amtszeit kann er nicht nur auf die mit Abstand längste, sondern auch auf die ereignis- und innovationsreichste Periode in dieser Position zurückblicken.

Von 1994 bis 1998 wurden Ferienfreizeiten für Jugendliche auf der Insel Langeland in Dänemark ausgerichtet. Beim Meeresangeln ging es um den Fang von Dorschen und Plattfischen. Neben dem Angeln wurden selbstverständlich auch der richtige Umgang mit den Meeresbewohnern und deren Verwertung thematisiert.

Vom 26. bis 30. 07. 1995 richtete die Jugendabteilung die Bundesjugendfischereitage in Oldenburg aus. Ein Referat von Uwe Berding über Natur-. Tier- und Fischkunde bildete die Grundlage für den Wissenstest zum Thema Naturschutz. Das Gemeinschaftsangeln wurde an der Hunte ausgerichtet und zielte auf den Fang von Weißfischen, die anschließend fachgerecht verarbeitet wurden. Beim Casting konnten Jungangler und –anglerinnen ihre Treffsicherheit in den drei Wurfdisziplinen der Plastikliga unter Beweis stellen.

Nur vier Jahre später, richtete der LFV erneut die Bundesjugendfischereitage aus. Jungangler aus 15 VDSF-Landesverbänden nahmen an der Veranstaltung vom 20. bis 25. 07. 1999 in Oldenburg teil, so viele Verbände wie nie zuvor. Neben dem bewährten Dreikampf aus Naturschutzkenntnis, Casting und Fischen in der Hunte waren die Tage reich an weiteren Höhepunkten. Für einige stand dabei das Tischtennisturnier der Jugendlichen im Mittelpunkt, für viele war es die Fahrt mit dem Katamaran nach Helgoland, und bei nicht wenigen dürfte ein Fußballspiel besonders in der Erinnerung geblieben sein. Denn alle Teilnehmer bekamen freien Eintritt zu dem Freundschaftsspiel des FC Bayern München gegen den VFB Oldenburg.

2000 war der LFV vom 13. bis 16. Juli Gastgeber für die 12. Jugendeuropameisterschaft im Casting, die von den besten Jugendlichen aus den acht Nationen Norwegen, Österreich, Polen, Schweden Slowakei Slowenien Tschechien und Deutschland in Marienhafe ausgetragen wurde. Für die Region war die internationale Veranstaltung ein besonderes Ereignis, das einen großen Zuspruch in Politik und Gesellschaft gefunden und ein großes Echo in der Presse bekommen hat.

Seit 2000 werden regelmäßig Veranstaltungen für Jugendwarte angeboten wie Jugendleiterseminare, Grundlagenlehrgänge zum Erwerb des Jugendleiterausweises sowie Jugendwartemeerestage in Heiligenhafen, Jugendwartebrandungsangeln in Wilhelmshaven und Angeln auf Langeland.

Im Jahr 2004 wurden die Jugendsportfischertage erstmals als mehrtägige Veranstaltung organisiert. In den ersten Jahren fand die Veranstaltung in der Jugendherberge an der Thülsfelder Talsperre statt. 2007 wechselt der Standort zum Marschwegstadion in Oldenburg, und seit 2013 werden die Jugendsportfischertage auf dem Gelände des Sportvereins Moslesfehn, Kreis Wardenburg, ausgerichtet.

Beim LFV Weser-Ems fühlt man sich offenbar gut aufgehoben, denn 2005 heißt der Verband bereits zum dritten Mal die Jungangler aus ganz Deutschland zu den Bundesjugendfischereitagen in Oldenburg willkommen. Und noch einmal ist eine Steigerung zu verzeichnen mit insgesamt 16 teilnehmenden Landesverbänden. Rund 200 Teilnehmer machen die Veranstaltung vom 20. bis 24. Juli zu einen echten Großereignis. Neben dem schon traditionellen Dreikampf standen unter anderem Anschauungsunterricht beim Verwerten von Weißfischen und ein Tischtennisturnier auf dem Programm. Besonders für die Jugendlichen aus dem Binnenland war ein Ausflug zur Meyer-Werft in Papenburg interessant, bei dem man aus nächster Nähe einen Blick auf einen in Bau befindlichen Luxusliner werfen durfte.

2006 bot die Jugendabteilung für Kinder und Jugendliche erstmals die Veranstaltung „Angeln lernen, Natur erfahren“ an, bei der die Handhabung des Angelgerätes, Fischverwertung sowie die biologische und chemische Gewässeruntersuchung kindgerecht behandelt werden. Den teilnehmenden Kindern wird die Möglichkeit geboten, die Natur am und im Wasser zu erleben und dabei grundlegendes über die natürlichen Zusammenhänge des Lebensraumes Wasser sowie über Gewässerhege und –pflege zu erfahren.

Am 10.02. 2009 erntete der LFV von hoher Stelle Anerkennung für seine Jugendarbeit. Denn das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie in Hannover erkannte den Sportfischerverband als Träger der freien Jugendhilfe an. Der Jugendabteilung wurden damit weitere Befugnisse beim Umgang mit Jugendlichen und bei der Organisation von Veranstaltungen für Jugendliche eingeräumt.

Dass die Jungangler nicht nur Leistungen entgegennehmen, sondern sich auch selber engagieren, ist ein besonders positiver Aspekt der Jugendarbeit. Immer wieder zeigen die Jugendlichen nämlich, dass sie bei Angelausflügen nicht nur ans Fangen denken, sondern auch an andere Jugendliche, die nicht das Glück haben, solche Freizeitveranstaltungen sorglos genießen zu können. Neben den Angelgeräten ist nämlich seit acht Jahren auch immer eine Spendendose der Elterninitiative krebskranker Kinder Oldenburg dabei, die von den Jugendlichen großzügig gefüllt wird. So konnte in diesem Jahr ein Scheck über 2000 Euro an die Initiative überreicht werden.

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