Lachsbesatz 2017 für die Ems und ihre Nebengewässer

Lachsbesatz am Lingener Mühlenbach (Foto: Henning Stilke)

Am 10. April lieferte das Danmarks Center for Vildlaks Junglachse für den Besatz an der Ems. 11.000 einsömmrige Lachse wurden von Dänemark an die Ems transportiert. Die Junglachse des Jahrgangs 2016 kamen in zwei Größen, als größere Smolts, die noch im Laufe dieses Jahres ins Meer abwandern werden und als kleinere Vertreter desselben Jahrgangs, die sich noch bis zum nächsten Jahr im Süßwasser aufhalten werden, ehe sie ebenfalls Richtung Nordsee abwandern.

Die Lachslieferung wurde von der Besatz- und Befischungsgemeinschaft der Vereine FV 1888 Lingen/Ems, SFV Salzbergen, SAV Emsland/Rheine und SFV Floßweg Gronau organisiert und finanziert. Das Besatzprojekt wird vom Landesfischereiverband Weser-Ems finanziell mitgetragen.

Die Junglachse wurden an verschiedenen Stellen der Ems und ihrer Nebengewässer eingesetzt, im Bereich des Listruper Wehres in Emsbüren, bei der Lachstreppe Hanekenfähr an der Ems sowie in den Elsbach bei Salzbergen und den Mühlenbach in Lingen.

Bei den Fischen handelt es sich genetisch um Lachse des dänischen Skjern-Stammes, die sich aufgrund der Bedingungen in ihren skandinavischen Heimatgewässern besonders gut als Besatz für die Niederungsgewässer in Nordwestniedersachsen eignen.

Mit dem bereits 1978 begonnenen Wiedereinbürgerungsprojekt Obere Ems gehören die Maßnahmen an der Ems zu den ältesten Lachsprojekten in Deutschland. In den 1970er Jahren war Günter Brüning, der frühere Vorsitzende des Landesfischereiverbandes Weser-Ems, der mutige Vorreiter für die Wiedereinbürgerung des Lachses und der Meerforelle. Heute wird das Lachsprojekt gemeinsam vom LFV Weser-Ems mit seinen Mitgliedsvereinen, der Besatzgemeinschaft Ems I sowie dem Bezirksfischereiverband Emsland getragen.

Die Wahl der Ems als eines der ersten Gewässer für die Wiederansiedlung des Lachses liegt darin begründet, dass der Fluss in der Vergangenheit ein bedeutender Lachsfluss gewesen ist. Ende des 19. Jahrhunderts wurden für den Bereich bei Rheine Laichplätze des Lachses im Hauptstrom beschrieben. Bei Rheine durchbricht die Ems eine hohe Moränenkette und erlangt dadurch ein recht starkes Gefälle.

Ursprünglich wurden für die Ems Eier von Lachsen aus dem norwegischen Namsen erbrütet. Aufgrund von Fischkrankheiten wechselte man zunächst auf Lachse schottischer und anschließend irischer Herkunft. Wegen ausbleibender Erfolge ging man 2001 zu Lachsen aus Schweden über. Seit 12 Jahren wird nur noch mit Lachsen aus dem Gewässersystem der dänischen Skjern gearbeitet. Diese Lachse steigen aus der Nordsee in die Flüsse auf, so wie man es sich auch von den Fischen für die Ems erhofft.

Im Jahr 2005 hat man sich entschieden, von Lachseiern/Brütlingen auf Smoltbesatz umzustellen. Die etwa ein Jahr alten Smolts bieten den Vorteil, dass bei ihnen mit einer höheren Quote an Wiederkehrern gerechnet werden darf.

Zu dem Projekt gehört selbstverständlich nicht nur der Besatz, sondern auch die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Lachse. So werden seit Beginn der Besatzmaßnahmen potenzielle Laichplätze geschaffen und es wird seitdem für die Durchlässigkeit der Gewässer zu den Laichplätzen gekämpft. Schließlich hat das Projekt auch gerade in Hinblick auf die Verbesserung der linearen Durchgängigkeit eine hohe Bedeutung. Das Lachsprojekt an der Ems war und ist ein wichtiges Argument gegen die Errichtung weiterer Wasserkraftanlagen an den Emswehren.

Ein sicherer Nachweis der natürlichen Reproduktion des Lachses im Oberlauf der Ems steht bislang noch aus. Gelegentliche zufällige Fänge von Lachsen und Meerforellen zeigen jedoch, dass die Bemühungen um die Wiederansiedlung der Wandersalmoniden Früchte tragen und erwachsene Tiere nach ihrem Aufenthalt im Atlantik in die Ems zurückkehren. Die Untersuchung der Smoltabwanderung und des Aufstiegs von Laichlachsen wird auch weiterhin eine wichtige Aufgabe sein, um den Erfolg der Maßnahmen beurteilen zu können.

 

 

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