Nachbericht zur Angelmesse auf der Messe "Pferd & Jagd"

Der Landesfischerverband Weser-Ems präsentierte sich in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem eigenen Stand auf der Angelmesse der Messe „Pferd & Jagd“ in Hannover. Vom 8. bis 11. Dezember informierte der Verband auf der Messe über seine vielfältigen Aktivitäten.

Bei den Gesprächen mit interessierten Besuchern zeigten sich viele von ihnen überrascht darüber, in wie vielen Bereichen sich der Verband engagiert und sich für seine Mitgliedsvereine einsetzt. Ein wesentlicher Bereich der Arbeit wurde in einer Diaprojektion auf dem Stand dargestellt, der Einsatz für die Gewässer der Mitgliedsvereine. In eindrucksvollen Bildern wurde eine Auswahl von Renaturierungsprojekten vorgestellt. Den Aufnahmen vom Einsatz schwerer Baufahrzeuge bei der Aushebung ganz neuer, naturnaher Gewässerstrecken ist anzusehen, mit welchen Aufwand die Gewässer verbessert werden.

Der zweite große Einsatzbereich, der Artenschutz, wurde nicht nur in Bildern, sondern auch in Aquarien dargestellt. Darin waren unter anderem einjährige Lachse und Meerforellen aus dem Eschenbach zu sehen, einem Gewässer, das nach erfolgreicher Renaturierung wieder zur Heimat für Wandersalmoniden geworden ist.

Dass mit fachlich-biologischer Unterstützung, Einsatz bei Politik, Wirtschaft und Behörden, Hilfestellung bei Fischerprüfungen, Rechtsschutz und Aktivitäten in vielen anderen Bereichen ein umfangreicher Einsatz für die Vereine geleistet wird, überzeugte alle Gesprächspartner davon, dass eine Verbandsmitgliedschaft eine sinnvolle Notwendigkeit ist.

Aber es sollte auf dem Stand nicht allein um die Verbandsarbeit im engeren Sinne, sondern auch ums Angeln selbst gehen. Deshalb waren Experten am Stand, die aus ihren Erfahrungen in speziellen Angelbereichen berichtet haben. Dazu gehörte der aus den Medien wohl bekannte Meeresangler Horst Hennings, der den Besuchern seine Angelgeräte und Techniken erklärte. In gewohnt unterhaltsamer Art bezog er seine Gesprächspartner in die Erklärungen ein und veranschaulichte die Funktion von Ruten, Rollen und diversem Zubehör zum Meeresangeln.

Ebenfalls auf dem Stand vertreten war der renommierte Wobbler-Bauer Peter Biedron. Kaum jemand hat sich so intensiv mit den Eigenschaften und Notwendigkeiten dieser Kunstköder auseinandergesetzt wie er. Deshalb gab es von ihm viele Informationen und Tipps für Spinnfischer. Und keiner blieb unbeeindruckt von den kleinen Kunstwerken, die der Wobbler-Bau in sorgfältiger Feinarbeit herstellt.

Kleine Kunstwerke gab es auch von Regine Maguhna zu sehen. Die Fliegenbinderin präsentierte eine Auswahl ihres breiten Produktionsspektrums von der Nymphe über Fliegen bis zu Streamern und demonstrierte am Bindestock, wie solch ein kunstvoll gebundener Köder für Fliegenfischer entsteht.

Die jüngsten Besucher hatten direkt vor Ort die Möglichkeit, ihre eigene Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen. Denn in einem kleinen Pool warten Fische – allerding nur aus Plastik – darauf, von ihnen gefangen zu werden. Der Angelnachwuchs stellte durchweg große Geschicklichkeit unter Beweis und durfte sich über eine Anerkennung in Form kleiner Geschenke freuen.

Und was macht man schließlich mit einem Fang – wenn er nicht aus Plastik besteht, sondern echt ist? Man verwertet ihn möglichst schmackhaft. Wie das sogar mit Fischen wie Brassen, Rotaugen oder Karpfen geht, die in der Küche nicht den allerbesten Ruf genießen, zeigte der Vizepräsident Heinz Gräßner mit Unterstützung durch Bernard Landwehr und Karl-Heinz Poll dreimal täglich in einer Kochshow. Ein ums andere Mal war das Erstaunen groß, dass man aus solchen Fischen wahre Köstlichkeiten zaubern kann. Manch einen Besucher sah man deshalb bei mehr als nur einer Kochvorführung mit anschließender Verkostung.

Wem der Fischgenuss ganz entgangen ist, dem seien hier noch einmal die Rezepte dazu nahegelegt:

 

REZEPTE VON HEINZ GRÄSSNER

 

Brassen süß-sauer

Zutaten für 4 Personen:

1000 gr Brassenfilets

Roggenmehl

Pfeffer

Salz

hoch erhitzbares Pflanzenöl zum Braten (Sonnenblumenöl, Rapsöl o.a.)

Für die Marinade:

0,7 l Zitronenessig

0,5 l Wasser

Zucker nach Geschmack

3 große Zwiebeln

2 Lorbeerblätter

1 Tüte Heringseinlegegewürz

Zubereitung

Für die Marinade werden zuerst Essig und Wasser in einem Behältnis zusammen eingebracht. Danach wird der Zucker hinzugegeben und durch Umrühren aufgelöst. Anschließend werden die in Scheiben geschnittenen Zwiebeln, das Heringseinlegegewürzgewürz und die Lorbeerblätter in die Marinade gegeben und das Ganze abgeschmeckt.

Die Brassenfilets in mundgerechte Stücke schneiden. Roggenmehl mit Salz und Pfeffer vermengen und die Brassenstücke darin wenden. Die so vorbereiteten Filetstücke in einer vorgeheizten Pfanne mit Öl gut durchbraten und anschließend heiß in die Marinade geben.

Das Behältnis mit einem Tuch abdecken und die Filets an einem kühlen Ort ca. 3-4 Tage, abhängig von Größe und Dicke der Filets, stehen lassen. Danach können die Brassenfilets verzehrt werden.

 

Brassenpastete

Zutaten für 4 Personen:

4 Brassen, je ca. 500 g

250 g geräucherter fetter Speck (auf 1 kg Fischfleisch ca. 200 - 250 g Speck)

250 g Salz

nach Belieben:

Zwiebeln

Küchenkräuter/Küchengewürze

 

Zubereitung

Die Brassen schuppen und sauber ausnehmen, danach eine Nacht in eine Salzlake, bestehend aus ca. 250 g Salz auf 6 Liter Wasser, einlegen. Am nächsten Tag die gesalzenen Brassen aus der Lake nehmen, kurz abspülen und leicht abtrocknen. Die so vorbehandelten Fische in einen Räucherofen hängen und heiß gar räuchern. Danach das Brassenfleisch noch im warmen Zustand von den Gräten abziehen, wobei je eine Seite der „goldbraunen Haut" zur Geschmacksverstärkung mit verwendet werden sollte. Die kleinen Y-Gräten können im geräucherten Brassenfleisch verbleiben. Das entgrätete Fischfleisch in einen Mixer (Küchenmaschine, Stabmixer usw.) geben, den geräucherten fetten Speck zufügen und das Ganze cremig schlagen.

Für die Geschmacksrichtung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die so gewonnene Pastete kann mit Zwiebeln oder Knoblauch, Curry oder grünem Pfeffer verfeinert werden. Es können auch Schnittlauch und weitere Küchengewürze (Oregano, Dill, Petersilie) zugefügt werden.

Die Pastete lässt sich wie feine Leberwurst auf Brot schmieren. Am besten gibt man kleine Stangenbrotscheiben oder Cracker dazu. Zur Garnierung von Partyschnitten eignet sie sich ebenfalls sehr gut.

 

Fischfrikadellen

Zutaten für 4 Personen:

4 Brassen, je ca. 500 g

150 g Hackfleisch

3 - 4 Zwiebeln

3 Eier

Paniermehl

1 - 2 Knoblauchzehen

Pfeffer

Salz

Küchenkräuter (Petersilie, Dill)

Pflanzenöl zum Braten (z. B. Rapsöl )

 

Zubereitung

Die Brassenfilets mit dem Hackfleisch zusammen durch den Fleischwolf geben. Die fein gewürfelten Zwiebeln, Paniermehl, Eier, Pfeffer, Salz und Küchengewürze zugeben und alles gut durchkneten. Von der Masse beliebig große Frikadellen formen und panieren. Die Frikadellen in einer Pfanne in Pflanzenöl braten.

Tipp: Wenn man sie während des Bratens mit dem Bratöl begießt, werden sie saftiger.

 

Fish & Chips

 

Zutaten

Brassenfilets

Salz, weißer Pfeffer und Mehl

Kartoffeln (festkochend)

Rapsöl

 

Zubereitung

Die Kartoffeln schälen und in 3 mm dicke Scheiben schneiden. Die Brassenfilets schröpfen (2-3 mm Schnitte). Mehl in eine Schüssel geben, Pfeffer und Salz zufügen und gut vermischen. Die Brassenstreifen im Mehl wenden. Fritteuse oder Wok mit Rapsöl füllen und das Öl auf eine hohe Temperatur bringen. Nun die vorbereiteten Kartoffelscheiben ausbacken und zum Abtropfen auf ein Küchenpapier legen. Anschließend salzen. Danach werden die Brassenstücke ebenfalls in drei bis vier Minuten ausgebacken.

Nun alles zusammen in einem Pommes frites Schälchen oder auf einem kleinen Teller servieren. Bei Bedarf Curry oder als Dipp Ketchup hinzugeben.

 

Karpfenschinken

 

Zutaten

1 großen Karpfen

Pökelsalz (Fleischerei)

Räuchermehl

 

Zubereitung

Der Karpfen wird filetiert, die Haut nicht abziehen. Wasser in eine kleine Wanne geben, pro Liter 30 Gramm Pökelsalz dazugeben und gut durchrühren. Die Filetstücke in die Lauge legen, so dass sie sich nicht berühren.

Das Ganze wird nun 12 Stunden kühl gelagert. Die Filetstücke nun eine Stunde in klarem Wasser wässern, anschließend trocknen.

Nun den Räucherofen vorbereiten: Räuchermehl auf den Räucherofenboden legen und eine kleine Menge glühende Holzkohle drauflegen. Die Filetstücke auf ein Grillrost legen und bei 30 Grad zweimal 12 Stunden kalträuchern. Klappe oben schließen und unten nur ein kleinen Spalt auf lassen.

PS: Der Vorgang muss wahrscheinlich nach 12 Stunden wiederholt werden, wenn das Räuchermehl nicht mehr vorhanden ist. Das Ganze kann aber nur in der kälteren Jahreszeit durchgeführt werden, weil sonst die Außentemperatur zu hoch ist.

Nun den geräucherten Karpfenschinken entnehmen und abkühlen lassen. Dann den Schinken schneiden und als Brotauflage oder Beilage verzehren. Sie werden überrascht sein, wie gut das schmeckt.

 

 

Rotaugenmatjes

 

Matjes von Weißfischen ist unglaublich lecker, es muss nicht immer der Hering sein!

Das Wichtigste bei roh verarbeitetem Fisch ist immer ein sauberes Filetieren und das Reinigen des Fisches.

 

Zutaten

1 kg Rotaugenfilets

1 L Wasser

50 g Reifeintensor

100 g Meersalz

2 EL gestoßener schwarzer Pfeffer

1 EL Senfsaat

 

Zubereitung

Auf 1 Liter Wasser, 50 g Reifeintensor, ca. 100 g Meersalz, 2 Esslöffel gestoßenen schwarzen Pfeffer und 1 Esslöffel Senfsaat geben. Die Lake reicht für ca. 1 kg Filets.

Die Reifezeit beträgt 3 Tage bei einer Laketemperatur von 5 - 8 °C. Wichtig ist, jeden Tag vorsichtig 1 - 2 mal mit einem Kochlöffel umzurühren.

Wenn der Matjes aus der Lake genommen wird, kurz mit kaltem Wasser abwaschen und auf etwas Küchenrolle abtropfen lassen, danach in eine Schale mit Rapsöl geben und im Kühlschrank lagern. Hier hält sich der Rotaugenmatjes bis zu vier Wochen.

Den Reifeintensor kann man bestellen unter www.matjes-hering.de

 

 

Zanderravioli

 

Zutaten              

               

500 g Mehl

4 Eier

6 Eigelb

Pernod

Safranfäden

Salz

Muskatnuss

Für die Füllung

100g Zander (sehr kalt)

60 bis 70 g Sahne (sehr kalt)

gemahlenen Türkischen Pfeffer

getrocknete und 1 Tag vorher eingelegte Tomaten

Pernod

Petersilie

 

Zubereitung

100 ml Pernod in einen Topf geben, Safran und Muskat zugeben. Alles zusammen aufkochen und vom Herd nehmen. Mehl in eine Schüssel sieben, Eier, Eigelbe und den Pernod mit dem Safran dazugeben. Alles mit der Hand durchkneten (das macht keine Küchenmaschine mit) bis ein fester Kloß entstanden ist und nichts mehr in der Schüssel klebt. Man sollte den Teig mindestens 10 Minuten kneten.

Den Teig dünn mit Öl einreiben, in Klarsichtfolie einwickeln und für mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.

Den kalten Zander klein würfeln und im Mixer kurz pürieren, Sahne zugeben und alles sehr fein mixen (VORSICHTIG: nicht warm werden lassen, da sonst das Eiweiß anfängt zu binden!). Die Tomaten und die Petersilie klein hacken und unter die Masse rühren. Das Ganze mit Pernod und türkischem Pfeffer abschmecken. Nun im Kühlschrank zwischenlagern.

Den Nudelteig aus dem Kühlschrank nehmen und mit einer Nudelmaschine längere Platten walzen (Es wird mit Sicherheit eine Menge Teig übrig bleiben. Der Teig kann 2-3 Tage im Kühlschrank gelagert werden. Aus dem Rest kann man Nudeln machen. Schmecken super.)

Die Platten auf eine bemehlte Arbeitsfläche legen. Mit einem Teelöffel kleinere Haufen Zandercreme in die Mitte geben, die freien Stellen mit Eigelb einstreichen und das Ganze zusammenklappen. Dabei darauf achten, dass um die Häufchen so wenig Luft wie möglich ist, da sonst die Teile beim Kochen aufplatzen könnten. Teig andrücken und mit einem Glas Halbkreise ausstechen.

Den Rest wieder zu Platten walzen. Halbkreise auf einen bemehlten Teller legen und etwas Mehl oben drauf streuen.

Wenn genug Ravioli vorhanden sind, in einen großen Topf mit kochendem Salzwasser (viel Salz) geben. Nach 3-5 Min. sind sie fertig. In ein Sieb geben und sie mit kaltem Wasser abschrecken.

Nun könnt sie ruhig einen Augenblick liegen bleiben, sofern sie als Beilage gedacht sind und die anderen Gerichte noch nicht fertig sind. Wenn die Ravioli richtig gut abgetropft sind, in heißer Butter oder gutem Olivenöl schwenken. Noch in der Pfanne großzügig Parmesankäse drüberstreuen (am besten frischen vom Stück reiben).

Die Menge reicht für zwei Personen. Bei mehreren Personen lediglich mehr Füllung machen, da der Teig mehr als reichlich ist. Es sollte für das Ganze genügend Zeit eingeplant werden.

Wenn ihr kein Zander vorrätig ist, kann man auch Hecht oder Barsch nehmen. Der Fisch sollte auf jeden Fall viel Eiweiß haben und kein Fett, da sonst die Füllung beim Kochen zerfällt.

 

 

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