Stiftung "Emsländische Gewässerlandschaften"

Im Rahmen einer offiziellen Vorstellung und einer kleinen Feier wurde am 12. Mai 2016 im Vereinsheim des Fischereivereins Meppen 1888 e. V. die Stiftung „Emsländische Gewässerlandschaften“ gegründet. Träger der Stiftung sind der Sportfischerverband im Landesfischereiverband Weser-Ems sowie 12 Mitgliedsvereine mit Gewässern im Emsbereich.

Der Erhalt und die Verbesserung von Gewässern sowie der Schutz und die Pflege ihrer Bewohner gehören generell zu den Kernaufgaben des Verbandes und seiner Vereine. Mit der Gründung der Stiftung wurden jetzt die organisatorischen und finanziellen Bedingungen geschaffen, um diesen Aufgaben im Emsgebiet in besonderer Weise nachkommen zu können.

Gemäß ihrer Satzung will die Stiftung Vorhaben fördern, „die geeignet sind, die Ems und deren Seitengewässer sowie die angrenzenden Uferregionen im Sinne einer naturnahen Entwicklung zu erhalten und zu verbessern“

Bernhard Pieper, Präsident des Landesfischereiverbandes und Vorstandsmitglied der Stiftung, betont, dass aufwändige Gewässerschutz – und Renaturierungsprojekte mit Hilfe der Stiftung nun auch für weniger finanzkräftige Vereine möglich werden: „Jetzt können auch die kleineren Vereine Projekte zum Gewässer- und Uferschutz durchführen, die aus eigener Kraft nicht die finanziellen Mittel für solche Maßnahmen aufbringen könnten.“

Dass sich die Stiftung der Gewässerlandschaft im Einzugsgebiet der mittleren Ems verschrieben hat, ist kein Zufall. Denn die Mittel für die Stiftung rühren aus einem Schadenersatzprozess, zu dem es aufgrund einer Umweltkatastrophe in Lingen kam. Am 28.3.2011 war ein Tankschiff in Lingen explodiert. Der Tanker, der 900.000 Liter Superbenzin geladen hatte, war gesunken und löste ein großes Fischsterben im Dortmund-Ems-Kanal zwischen Lingen und Meppen aus.

Als in dem Prozess um einen Schadensersatz eine Summe als Entschädigung vereinbart wurde, standen Verband und Vereine vor der Aufgabe, diesen Betrag gerecht und sinnvoll zu verteilen. Dass sich schließlich alle Beteiligten darauf geeinigt haben, eine Stiftung zu gründen, die der Ems mit ihren Nebengewässern zu Gute kommen soll, ist eine bemerkenswerte Gemeinschaftsleistung. Das würdigte auch Bernhard Pieper am Gründungstag der Stiftung: „Es gab keinen Streit um die Entschädigung. Alle Vereine haben von Anfang an mitgezogen. Das verdient ein Lob für alle mitwirkenden Vereine.“

Nun dient die Schadensersatzsumme aus dem Tankerunglück als Stiftungskapital dazu, in dem mittleren Emsbereich die Natur zu verbessern. Der Stiftungsvorstand betont ausdrücklich, dass es den Vereinen nicht darum geht, Fische auszusetzen, die man gerne fangen möchte. Vielmehr ginge es darum, die Gewässerlandschaft aufzuwerten und in einen gesunden, natürlichen Zustand zu versetzen. Mit Unterstützung durch die Stiftung sollen beispielsweise Renaturierungen von Gewässern durchgeführt werden, ausgebaute Gewässer wieder natürliche Verläufe bekommen, die Durchgängigkeit von verbauten Gewässern wieder hergestellt werden, die Emsauen und die zuführenden Seitengewässer sollen eine strukturelle Aufwertung erfahren.

Beispielhafte Projekte, wie sie künftig durch die Stiftung „Emsländische Gewässerlandschaften“ gefördert werden, sind etwa die Schaffung von Altarmstrukturen in Dalum-Groß Hesepe oder die Herstellung der Durchgängigkeit des Hakengrabens in Rühle.

An Projekten wird es dieser in Niedersachsen einzigartigen Stiftung nicht mangeln, da ist sich Bernhard Pieper sicher. An den Gewässern im mittleren Emsbereich gäbe es noch so einiges zu verbessern. Deshalb würde es sicher schon bei der nächsten Zusammenkunft der Stiftung zahlreiche Anregungen für sinnvolle Einsätze des Stiftungskapitals geben.

 

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